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Immer und immer wieder treten Halter an uns heran, die beschreiben, dass sich ihre Tiere nicht vertragen und gegenseitig jagen und beißen und ganz böse Verletzungen zufügen.

Die ernüchternde Erklärung ist kurz und einleuchtend: Streifenhörnchen sind Einzelgänger, man tut ihnen mit einem Partner oder einer Partnerin keinen Gefallen, sondern setzt sie unnötigem Stress aus.

Manche Züchter oder auch Verkäufer in Tier"fach"geschäften erzählen gerne: "Das sind Geschwister, die sind schon immer zusammen. Wir geben sie nur zusammen ab, denn eine Trennung wollen wir ihnen nicht zumuten."

Leider wird nicht erwähnt, dass die Tiere von Natur aus einzelgängerisch veranlagt sind und ihr Revier bis auf das Blut verteidigen. Auch Geschwister vertragen sich nicht dauerhaft.

Es gibt Beispiele, da funktionierte die Gruppenhaltung über mehrere Jahre ohne Reibereien. Morgens fand der Halter dann ein Tier tot im Käfig und das andere schwer verletzt.

Niemand kann sagen, wann der Umschwung kommt und sie anfangen sich zu bekämpfen - deswegen ist grundsätzlich davon abzuraten, mehrere Hörnchen (Tamias sibiricus) in einer Voliere zu halten.

Hat man unbedingt das Bedürfnis, mehrere Hörnchen halten zu wollen, greift man entweder auf die verträglicheren Baumstreifenhörnchen (Tamiops swinhoei) zurück, welche man in Gruppen halten muss, da sie ansonsten an der Einsamkeit zugrunde gehen oder man hat mehrere Volieren mit Tamias sibiricus, die aber möglichst auch räumlich getrennt stehen. Auch wenn die einzelgängerischen Hörnchen zwar in getrennten Volieren, aber im selben Zimmer stehen kann das großen Stress für sie bedeuten und die Verletzungsgefahr ist groß, wenn beim Freilauf ein Hörnchen am Käfig des anderen klettert.
Bei unseren (mittlerweile leider verstorbenen) Tieren ist das einmal vorgekommen. Das eine Horn kletterte am Käfig des anderen und eine schlimme Beißerei durch das Gitter fand statt. Beide Tiere waren verletzt und das Männchen, unser Powell, war von dem Zeitpunkt an behindert, und er konnnte eine seiner Vorderpfoten sein Leben lang nicht mehr benutzen. Unser Weibchen, Lana, hat ebenfalls stark geblutet, aber zum Glück keine Langzeitschäden behalten.

Wer genau hinsieht, kann aber auch in den Zoogeschäften sehen, dass es den Tieren nicht gut geht, wenn sie zu mehreren gehalten werden. Ganz häufig sieht man bei ihnen halbe Schwänze und angefressene Ohren als Folge von Kämpfen.

Lediglich Jungtiere vertragen sich einen kurzen Zeitraum (maximal ein Jahr) ohne sich gegenseitig zu bekämpfen, doch meistens ist die Zeitspanne gar nicht so lang, denn der Herbst stellt eine schwierige Zeit für das Hörnchen dar. In dieser Jahreszeit fängt es an Vorräte für den Winter zu sammeln und verteidigt diese auch. Sind die Tiere also im Frühling geboren, kann es im Herbst bereits zu bösen Attacken kommen.

Folgen eines Kampfes zwischen zwei BurundukIst das Kind schon in den Brunnen gefallen und man hat jetz zwei Hörnchen Zuhause in einer Voliere, so sollte man sie sofort trennen, denn nur weil bisher nichts zwischen ihnen passiert ist, bedeutet das nicht, dass sie sie sich nicht in der nächsten Sekunde als Todfeinde bekämpfen.
Auch wenn sie jahrelang friedlich nebeneinander gelebt haben, kann dieser Frieden von einem Moment zum anderen vorbei sein und der Kampf um Leben und Tod beginnt.

Es ist selbstverständlich ebenfalls davon abzuraten, andere Tiere im gleichen Raum wie das Hörnchen zu halten, geschweigedenn sogar im gleichen Käfig.
Größte Bedenken stellen hier natürliche Fessfeinde der Hörnchen (z.B. Katzen) dar. Aber auch weniger gefährliche Tiere, wie beispielsweise Kleinvögel, gehören absolut nicht in die gleiche Voliere wie das Streifenhörnchen.