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Gerade etwas scheuere Tiere sind in einer Außenvoliere vermutlich besser aufgehoben, da im Garten meistens nicht rund um die Uhr großes Treiben herrscht.

Die wichtigste Eigenschaft ist erst mal die Größe der Voliere. Da ein Streifenhörnchen, welches in einer Außenvoliere lebt vermutlich nie Freilauf genießen wird, sind hier ganz andere Maßstäbe zu setzen als bei der Innenhaltung. Idealerweise weist die Voliere eine Größe von mehr als (2x2x2) m (HBT) auf. Kleiner sollte man nur werden, wenn das Hörnchen wirklich so scheu ist, dass es sich sowieso kaum zeigt und die Größe gar nicht ausnutzt, aber ein "normales" Streifi braucht nunmal sehr viel Platz.

die AußenvoliereFreilebende Hörnchen beanspruchen ein großes Revier, welches sie auf der Suche nach Futter den ganzen Tag durchforsten. Auf einen Hektar kommen etwa fünf Hörnchen, was einer Fläche von ca. 2000 m² pro Tier entspricht.

Dagegen ist das, was wir einem Hörnchen mit der Voliere bieten können ein Witz. Die Gefangenschaft hat aber natürlich auch ihre positiven Seiten. Das Horn muss sich nicht den ganzen Tag um Futter bemühen, der Halter wird es jeden Tag ausreichend damit versorgen. Feinde kommen im Normalfall nicht in die Voliere, sodass dem Hörnchen wenig Lebensgefährliches zustoßen kann. Dennoch ist der Bewegungsdrang der Kleinen ungebrochen und muss ausgelebt werden können, was die Begründung für die etwas großzügig anmutende Voliere darstellen soll.

Wird die Voliere nicht an einem überdachten Platz aufgestellt, sollte sie selbst ein Dach besitzen, um Hörnchen und Voliereneinrichtung vor Regen, Schnee, Hagel etc. zu schützen. Ebenso sollten wenigstens zwei Seiten der Voliere geschlossen sein, um einen ständigen Durchzug zu verhindern oder die Voliere muss einem garantiert zugfreien Platz aufgestellt werden.

Das Drahtgitter ist ein wichtiger Punkt. Es darf hier nicht am falschen Ende gespart werden. Das Gitter sollte ausreichend dick sein(Gitterstärke > 1mm), damit sich das Hörnchen nicht einfach in die Freiheit nagen kann. Zudem darf die Maschengröße nicht zu grob kalkuliert werden. Es geht hier weniger darum, dass das Hörnchen vielleicht dadurch entwischen könnte (dafür müssten die Maschen schon enorm groß sein), sondern darum, dass andere Tiere nicht in die Voliere eindringen können. Wir selbst mussten diesbezüglich leider traurige Erfahrungen sammeln. Bei einer Maschenweite von 19x19 mm passt eine Maus problemlos durch das Gitter. Befindet sich das Hörnchen jetzt im Winterschlaf, kann es vorkommen, dass sich die Maus am Hörnchen bedient und es anfrisst. So ist es unserer Lana im Winter 2009 passiert. Als sie eine ihrer Wachphasen hatte, kam sie aus dem Häuschen und ihr fehlte das halbe Gesicht und ein Auge. Wir mussten sie daraufhin einschläfern lassen.

Für Außenvolieren sollte man also deutlich kleinere Maschen wählen z.B. 12,7 x 12,7 mm.

Ist man noch in der Planung, sollte man bedenken, dass die Voliere ab und zu mal gereinigt werden muss und auch Äste und Einstreu ausgetauscht werden müssen. Es bietet sich also an, eine Schleuse mit einzuplanen, die es einem erlaubt die Voliere zu betreten, ohne dass man Gefahr läuft, dass das Streifenhörnchen entwischen kann. Die Schleuse kann man so klein wie möglich, aber so groß wie nötig halten. Man muss eben selbst in die Schleuse passen und sich darin einmal drehen können, um die Türen schließen bzw. öffnen können.

Die Voliere selbst stellt man am besten auf Betonboden oder anderweitig ausbruchsicheren Bodengrund (Pflaster etc.). Streifenhörnchen sind als Erdhörnchen geübte Arbeiter im Tiefbau und können tiefe Tunnel graben. Es ist also Vorsicht geboten und man sollte die Voliere nicht auf Rasen oder Sand stellen, um einen dann möglichen Ausbruch zu vermeiden oder der Nachbarshund sich vielleicht einen Weg in die Voliere gräbt.

Auch bei der Fütterung sollte man vorsichtig sein und Sorge dafür tragen, dass Hörnchen beim Füttern nicht Reißaus nehmen kann. Es gibt mittlerweile aber tolle Lösungen, die diese Gefahr deutlich vermindern, sogenannte Futterdrehplateaus. Das ist eine Drehbare Vorrichtung mit eingelassenen Näpfen. Man muss also nicht die Tür öffnen, um das Tier füttern zu können, sondern muss nur eben das Plateau einmal drehen und kommt so direkt an die Näpfe.

Manche Halter einen Innen- und Außenhaltung, indem sie eine Verbindung von der Innenvoliere zur Außenvoliere schaffen. Ist die Verbindung geöffnet, kann sich das Horn aussuchen, ob es lieber im Haus sein Unwesen treibt oder in der Außenvoliere herumtobt bzw. einfach das Geschehen draußen verfolgt.

Diese Lösung wird aber den wenigsten Haltern zusagen, da es vonnöten ist, ein Loch in der Wand zu haben, durch welches z.B. mittels eines Rohres die Verbindung zur anderen Voliere hergestellt wird.