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Das Streifenhörnchen als Tier an sich ist klein und zierlich gebaut, aber es braucht sehr viel Platz, um seinem immensen Bewegungsdrang nachkommen zu können.

handelsüblicher Käfig (rechts) gegenüber einer großen Voliere (links)Für Neueinsteiger in der Hörnchenhaltung erscheinen die "großen" Käfige aus dem Zoofachgeschäft schon überdimensioniert, aber diese sind häufig noch deutlich zu klein.

In der freien Natur leben auf einem Hektar Waldgebiet etwa fünf Streifenhörnchen. Ein Hektar sind 10000 (in Worten zehntausend) Quadratmeter. Das macht im Schnitt pro Tier ein Revier von etwa 2000 m² aus. Diese Zahl gegenüber dem, was wir den Tieren in der Heimhaltung bieten können ist natürlich erdrückend, aber es erklärt vielleicht, warum man dafür Sorge tragen sollte, dem Tier ein so großes Reich wie möglich zur Verfügung zu stellen.

Die empfohlenen Mindestmaße für das Streifenheim betragen 200 cm x 100 cm x 100 cm (HBT) und sie dürfen oder sollten sogar noch großzügig überschritten werden.
Doch auch bei dieser für Ersthalter wahrscheinlich übertrieben erscheinenden Größe muss ein regelmäßiger Freilauf des Hörnchens eingeplant und gewährleistet werden.

Man kann grundsätzlich behaupten, dass die Hörnchenvoliere nie groß genug sein kann, aber je größer sie ist, desto besser ist es für das bewegungsfreudige Tier.

Kann das Streifenhörnchen seinen Bewegungsdrang nicht ausleben, ist eine Verhaltensstörung wie die "Stereotypie" vorprogrammiert. Umgangssprachlich wird sie einfach Käfigblödheit genannt. Stereotypie bezeichnet Verhaltensanomalien in Form von wiederholten Handlungen, die der konkreten Umweltsituation nicht entsprechen. Das zeigt sich bei Streifenhörnchen durch zwanghaften motorischen Bewegungsablauf, der ununterbrochen wiederholt wird.

Zu unserer Freude lesen wir immer häufiger, dass manche liebevolle Halter ihrem Horn ein ganzes Zimmer zur Verfügung stellen und dieses entsprechend ausbauen und absichern. So ein Hörnchenzimmer ist dann natürlich der Idealfall, wenn es gut durchdacht und sicher geplant ist, aber diese Möglichkeit kann nun mal leider nicht jeder seinem Horn anbieten.

Alternativen sind eine große Voliere und möglichst täglicher Freilauf in einem für Hörnchen abgesicherten Zimmer. Es gibt eine langsam, aber stetig wachsende Anzahl von Volierenbauern, die gerne bereit sind, Käfige nach Maß anzufertigen, damit sie sich ins Bild der Wohnung fügen. Diese Volieren sind häufig aus einem Aluminiumprofil mit aufgenietetem Gitterdraht, eingebautem Drehplateau für Futter- und Wassernäpfe, einer Reinigungsschublade für das Einstreu...etc.

Allerdings will so eine Maßanfertigung bezahlt werden. Man kann bei einer Standardvoliere mit den hier angegebenen Mindestmaßen von 200x100x100 mit einem Anschaffungspreis von etwa 300 € rechnen. Geht man auf Nummer sicher und entscheidet sich für den hochwertigsten, aber auch für das Tier sichersten Gitterdraht aus Edelstahl, verdoppelt sich der Preis schnell.

links ein Selbstbau - in der Mitte das neue große ReichWem das zu viel Geld ist, der findet unter dem Menüpunkt Volierenbau einige ausführliche und bebilderte Bauanleitungen für den Bau eigener Käfige.

Es ist leider einer der häufigsten (und teuren) Fehler, den ein Streifihalter macht, anfangs einen zu kleinen Käfig zu kaufen. Schnell fällt auf, dass das agile Tier mehr Platz baucht und der Halter kauft einen größeren Käfig, der sich nicht selten aber auch als zu klein erweist, bis man sich letztendlich nach vielen hundert Euro Investition dann entweder resigniert geschlagen gibt oder doch endlich das passende Heim für sein geliebtes Tier gefunden hat.

Nicht selten berichten Halter stolz mit wie viel Eifer sie eine riesengroße Voliere selbst geplant und gebaut haben, obwohl sie dachten, sie seien handwerklich unbegabt. Ebenfalls nicht selten muss man diesen stolzen Haltern dann dennoch beibringen, dass die Voliere einfach zu klein ist und die Mühe und das investierte Geld vergebens waren.
Es ist also wirklich ratsam, sich einen Bauplan für ein größtmögliches Streifenheim zu überlegen. Als Empfehlung für ein schönes Zuhause sind folgende Maße anzusehen: 2,00 m Höhe, 2,00 m Breite, 1,00m Tiefe (größer ist natürlich schöner) - bei diesen Maßen braucht man dann auch nicht mehr unbedingt ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man mal für ein verlängertes Wochenende nicht Zuhause ist und dem Horn keinen Freilauf gewähren kann.

Idealerweise ist die Voliere fertig gebaut, eingerichtet und steht an einem festen Platz bevor das Hörnchen endlich einzieht.

 

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